Ambulantes betreutes Wohnen

Arbeitsumgebung Betreuungsteam

Mit 1,3 Personalstellen ist das ambulant Betreute Wohnen der Offenen Herberge sehr klein. Das bereitet aber mehr Vor- als Nachteile, wenn das Personal engagiert mitarbeitet. Die Krankheitszeiten in den Betreuungsteams sind sehr niedrig und es gibt auch kaum Fluktuation. In Leonberg arbeitet das Team schon seit neun jahren unverändert von Anfang an zusammen, in Esslingen ist die Situation vergleichbar.

Die jährlichen Personalgespräche zwischen Vorstand und Mitarbeitern verlaufen im Wesentlichen harmonisch und beide Seiten bestätigen eine respektvolle, angenehme und konstruktive Zusammenarbeit. Unlösbare Differenzen gab es bisher nicht und Probleme konnten immer zur Zufriedenheit beider Seiten gelöst werden.

Sicherlich sind bei so kleinen Teams die Vertretungen bei Urlaub und Krankheit schwererzu organisieren als in größeren Einrichtungen. Hier entstanden auch schon Konflikte zwischen den geringfügig bezahlten Mitarbeitern unddem Vorstand. Wenn die nicht psychiatrieerfahrene Fachkraft einen zu hohen Stellenanteil hat, sind die geringfügig bezahlten Mitarbeiter in Vertretungssituationen besonders gefordert und teilweise zu vielen Überstunden gezwungen. Dies ist eine Schwachstelle des Konzeptes derOffenen Herberge, für die bisher keine befriedigende Lösung gefunden wurde. Aber es ist im Vergleich festzustellen, dass die Arbeit flexibler und individueller zu gestalten ist als in einer großen Einrichtung. Entscheidungen können schneller gefällt werden, die Transparenz im Team ist größer und der bürokratische Aufwand wesentlich kleiner.

Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen

Das Besondere an den ambulant betreuten Wohneinrichtungen der Offenen Herberge ist, dass in den Betreuungsteams jeweils Psychiatrie- Erfahrene gleichberechtig und bezahlt arbeiten. Dieses Konzept unterscheidet sich damit wesentlich von den Konzepten anderer ambulant betreuten Wohnangebote.

Die psychiatrieerfahrenen Mitarbeiter sind relativ frei in ihren Entscheidungen, erarbeiten Behandlungspläne mit den Bewohnern und schreiben Sozialberichte. Nur mit einem kooperativen und demokratischen Führungsstil ist eine angenehme und wirksame Zusammenarbeit im ambulant Betreuten Wohnen möglich.

Wenden wir uns zuerst den ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Esslingen zu. Dort arbeitet ein dreiköpfiges Team. Es besteht aus einer Ergotherapeutin, die langjährige Arbeitserfahrung im ambulant Be- treuten Wohnen mitbrachte und die fachliche Leitung übernahm, einer psychiatrieerfahrenen Diplom-Sozialpädagogin und einem Diplom-Psychologen, die beide auf geringfügiger Basis beschäftigt sind.

In Leonberg besteht das Team aus einer Heilerziehungspflegerin, die in Personalüberlassung bei der Offenen Herberge arbeitet. Das zweite Teammitglied ist ein psychiatrieerfahrener Industriekaufmann mit langjähriger Erfahrung in der Selbsthilfe, der ebenfalls geringfügig angestellt ist. Ein ehemaliger Förderschuldirektor und Patientenfürsprecher ist als ehrenamtlicher Bürgerhelfer der dritte Mitarbeiter.