Leitfaden EUTB

Ergänzende unabhängige Teilhabe-Beratung (EUTB® ) – ein Angebot auch für Menschen mit einer psychischen Erkrankung und für ihre Angehörigen

Gesundheitliche Probleme können auch zu dauerhaften Einschränkungen in der sozialen Teilhabe führen. Das gilt für körperliche Erkrankungen und Behinderungen ebenso wie für psychische Erkrankungen: auch aus einer psychischen Erkrankung kann sich eine Behinderung entwickeln, die die soziale Teilhabe erschwert. Dafür gibt es mittlerweile ein breites Spektrum von Hilfen, für die verschiedene Sozialleistungsträger zuständig sind, die dazu selbst auch beraten. Freilich ist es nicht so leicht, sich in diesem Hilfesystem zu orientieren. Deswegen hat der Gesetzgeber hier ein zusätzliches Beratungsangebot geschaffen.

Wenn es darum geht, Sozialleistungen zur Teilhabe in Anspruch zu nehmen, dann ist die EUTB® ein übergreifendes Beratungsangebot

  • ergänzend zu den vorhandenen Beratungsangeboten der Sozialleistungsträger und der Leistungserbringer und
  • unabhängig von Leistungsträgern und Leistungserbringern allein den Interessen der Ratsuchenden verpflichtet.

Die EUTB® berät

  • zur Orientierung im Hilfesystem: Beratung zu den Zuständigkeiten und zum Zugang zu den verschiedenen Leistungen der Rehabilitation und Teilhabe
  • bei der Klärung der eigenen Bedürfnisse und Wünsche als Grundlage für die weitere Bedarfsermittlung und Hilfeplanung
  • zur Klärung des Vorliegens einer Behinderung und damit der Voraussetzung der Inanspruchnahme von Rehabilitations- und Teilhabeleistungen nach SGB IX
  • bei der Planung und zu den Ausgestaltungsmöglichkeiten der Hilfen, beispielsweise
    • Medizinische Rehabilitation
    • unterschiedliche Formen des betreuten Wohnens und der Assistenzleistungen zur Alltagsbewältigung, Einbeziehung von Pflegeleistungen
    • Schritte der beruflichen Eingliederung/Rehabilitation, Budget für Arbeit
    • Leistungsgewährung über ein Persönliches Budget

Die Beratung durch die EUTB®

  • ist kostenlos und vertraulich.
  • kann auch in Anspruch genommen werden durch Angehörige und andere Vertrauenspersonen.
  • erfolgt teilweise auch durch Personen, die selbst auch Erfahrung haben im Umgang mit einer Behinderung („Peer-Beratung“).
  • Die Beraterinnen und Berater unterstützen bei Bedarf auch beim Ausfüllen von Formularen und können auch begleiten bei den notwendigen Kontakten zu Ämtern und Einrichtungen.
  • Rechtsberatung und -begleitung werden im Widerspruchs- u. Klagevefahren nicht angeboten, davon ist die weitere EUTB® -Begleitung nicht berührt.
  • Grundsätzlich kann jede EUTB®-Beratungsstelle in Anspruch genommen werden. Die Beratungsstellen haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung ist es zu empfehlen, sich an diejenige EUTB®-Beratungsstelle zu wenden, die in der Region ausdrücklich auch schwerpunktmäßig Menschen mit einer psychischen Erkrankung berät. Dann kann davon ausgegangen werden, dass die Beraterinnen und Berater vertraut sind mit dem Hilfesystem und den zuständigen Ansprechstellen vor Ort und zielgerichtet helfen können bei der Nutzung der Angebote.